Definition: Die Margenkalkulation ist die Berechnung der Differenz zwischen dem Netto-Verkaufspreis eines Produkts am Automaten und dessen Einstandskosten (Wareneinsatz). Sie ist das wichtigste Instrument, um die Profitabilität des Sortiments zu steuern und sicherzustellen, dass nach Abzug aller Fixkosten ein Gewinn verbleibt.
Hier findest du weitere wichtige Begriffe in unserem Automaten-Glossar.
Bruttomarge vs. Nettomarge
Im Automatenbetrieb muss zwischen zwei Ebenen unterschieden werden:
- Handelsspanne (Bruttomarge): (Verkaufspreis netto – Einkaufspreis netto). Sie gibt an, wie viel ein einzelnes Produkt zum Deckungsbeitrag beiträgt. Typische Spannen im Vending liegen zwischen 200 % und 400 % (z. B. Einkauf 0,40 €, Verkauf 1,50 €).
- Nettomarge (Reingewinn): Hier werden zusätzlich alle anteiligen Kosten wie Standplatzmiete (Provisionsmodell), Strom, Leasingvertrag, Versicherung, Personalkosten für die Befüllung und Transaktionsgebühren für Kartenzahlung abgezogen.
Einflussfaktoren auf die Kalkulation
Ein häufiger Fehler ist das Übersehen der „versteckten“ Kostenfaktoren. Werden beispielsweise 0,10 € Transaktionsgebühr für Cashless Payment fällig, reduziert dies die Marge bei einem 1,00 € Artikel deutlich stärker als bei einem 4,00 € Produkt in einem Lebensmittelautomaten. Auch die Mehrwertsteuer muss korrekt berücksichtigt werden: Bei Getränken (19 %) bleibt bei gleichem Bruttopreis weniger Marge übrig als bei Snacks (7 %).
FAQ zur Margenkalkulation
Quellen & Links:
- Break-Even-Analyse & Deckungsbeitrag (Verkaufspreis – variable Kosten) – KVP Lexikon
- Rohertrag/Handelsspanne (Grundlage der Margenkalkulation) – weclapp Lexikon
- UStG § 12 (Steuersätze 7 % / 19 %) – Gesetze im Internet
- Verordnung (EU) 2015/751 (Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge) – EUR-Lex