Definition: Der Rohertrag (auch Bruttoertrag oder Handelsspanne genannt) ist die Differenz zwischen dem Netto-Umsatzerlös und dem Wareneinsatz (Einkaufspreis der verkauften Produkte). Er stellt den Betrag dar, der zur Deckung der Operating Costs und zur Erzielung eines Reingewinns zur Verfügung steht.

Hier findest du weitere wichtige Begriffe in unserem Automaten-Glossar.

Berechnung des Rohertrags im Vending

In der Automatenbranche ist eine präzise Kalkulation entscheidend, da kleine Cent-Beträge bei hohen Verkaufszahlen über die Rentabilität entscheiden. Die Formel lautet:

Rohertrag = Netto-Verkaufspreis – Netto-Einkaufspreis

Wichtig ist hierbei die Berücksichtigung der unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze. Während Snacks meist mit 7 % versteuert werden, fallen auf Kaltgetränke in der Regel 19 % an. Dies muss in der Margenkalkulation unbedingt beachtet werden, um den realen Rohertrag nicht zu überschätzen.

Faktoren, die den Rohertrag beeinflussen

  • Einkaufskonditionen: Durch Großeinkäufe für das Zentrallager lässt sich der Einkaufspreis senken, was den Rohertrag direkt steigert.
  • Preisstrategie: Ein höherer Verkaufspreis am Frequenzstandort erhöht den Rohertrag, kann aber bei zu hoher Preissensibilität der Kunden den Gesamtabsatz senken.
  • Schwund und Bruch: Abgelaufene Ware (MHD) oder Beschädigungen reduzieren den realisierten Rohertrag. Eine konsequente Produktrotation wirkt hier entgegen.
  • Sortimentsmix: Nischenprodukte haben oft einen höheren prozentualen Rohertrag als bekannte Markenartikel („Schnelldreher“).

FAQ zum Rohertrag bei Automaten

Im Vending-Bereich wird oft ein Aufschlagfaktor von 2,5 bis 4 auf den Einkaufspreis angestrebt. Ein Riegel, der für 0,40 € eingekauft wird, sollte für mindestens 1,00 € bis 1,50 € verkauft werden.
Vom Rohertrag müssen noch alle laufenden Kosten wie Standplatzmiete im Pachtvertrag, Strom, Transaktionsgebühren für Cashless Payment und Personalkosten bezahlt werden. Erst was danach übrig bleibt, ist der Reingewinn.
Über das Monitoring-System sehen Sie sofort, welche Produkte den höchsten Rohertrag pro Stellplatz (Spirale) generieren. So können Sie unrentable Artikel durch lukrativere ersetzen.
Ja, indirekt. Zwar fallen Gebühren beim Payment-Gateway an, aber der höhere Absatz und die Einsparung bei der Bargeldlogistik können den Gesamtertrag am Standort steigern.
Erfolgreiche Operator berechnen den Ertrag pro Spirale. Ein Automat kann insgesamt profitabel sein, während einzelne Schächte ("Ladenhüter") den Gesamtschnitt unnötig senken.

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