Definition: Telemetrie (aus dem Griechischen: Fernmessung) bezeichnet im Vending-Bereich die automatisierte Übertragung von Betriebsdaten von einem Verkaufsautomaten an eine zentrale Management-Software. Sie ist das Herzstück der Digitalisierung und ermöglicht es Betreibern, ihre Automaten in Echtzeit zu überwachen, ohne vor Ort sein zu müssen.
Hier findest du weitere wichtige Begriffe in unserem Automaten-Glossar.
Funktionsweise der Telemetrie-Einheit
Ein Telemetrie-Modul (oft kombiniert mit dem Payment-Gateway) wird über die MDB- oder DEX-Schnittstelle an die Steuerung des Automaten angeschlossen. Es sammelt kontinuierlich Daten und sendet diese über Mobilfunk (LTE/5G) in die Cloud:
- Lagerbestand: Jede Spirale wird einzeln überwacht. Der Betreiber weiß genau, wann ein Produkt ausverkauft ist.
- Umsatzdaten: Erfassung aller Bar- und Kartenzahlungen zur Vorbereitung der Buchhaltung und Prüfung der Rentabilität.
- Technischer Status: Sofortige Alarmierung bei Fehlern (z. B. „Münzstau“, „Temperatur zu hoch“ im Kühlmodul oder „Stromausfall“).
- Fiskal-Daten: Übermittlung der für die TSE relevanten Transaktionsdaten.
Vorteile für die Nachfülllogistik
Der größte wirtschaftliche Hebel der Telemetrie liegt in der Optimierung der Fahrwege. Statt starrer Tourenpläne ermöglicht die Telemetrie eine „bedarfsgesteuerte“ Nachfülllogistik. Der Operator fährt nur die Standorte an, die tatsächlich leer sind oder technische Probleme aufweisen. Dies senkt die Fahrtkosten und Personalkosten (Operating Costs) massiv und steigert gleichzeitig den Jahresumsatz, da Leerstände vermieden werden.